Stellungnahme: Gerechte Sprache

Sprache beeinflusst unser Denken

Es gibt geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gesellschaft, die sich auch in der Sprache ausdrücken. Es ist notwendig, diese Unterschiede, vielfach Abwertungen und Diskriminierungen, zu erkennen und verstehen, daraus zu lernen, und schließlich zu versuchen, diese abzubauen. Denn: Sprache ist Denken. Denken ist Sprache!

Das haben verschiedenste psychologische Studien erwiesen. ‚“Scheinbar neutrale Inhalte, die in männlicher Ausdrucksform transportiert werden, gedanklich mit Männern assoziiert werden und eher nur Männer ansprechen. So wird unbewusst die Anwesenheit und der Anteil von Frauen der Wahrnehmung entzogen.‚“ (Quelle: Genderkompetenzzentrum)

Befragt man Menschen, ‚“Wen könnten Sie sich als Bundeskanzler vorstellen?‚“ werden Männer genannt. Formuliert man es aber als ‚“Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin‚“ werden auch Frauen genannt.

Vigd??s Finnbogad??ttir war die erste Staatspräsidentin Islands. ‚“Sie war 16 Jahre im Amt. Nach etwa acht Jahren dachten Kinder in Island, dass nur Frauen Präsidentinnen sein können.‚“ (Quelle: Laura Liswood im Interview mit Spiegel Online vom 16.2.2010)

Es ist unzweifelhaft, dass die Wortwahl das Denken beeinflusst. Wenn wir eine Gesellschaft möchten, in denen Geschlechtergerechtigkeit wirklich vorhanden ist, müssen wir eine Sprache benutzen, die dies ausdrückt. Darum müssen Frauen genannt werden. Die deutsche Sprache unterscheidet zwischen den Geschlechtern. Das generische Maskulin rührt her von der patriarchalischen Gesellschaft, in der Frauen nichts zählen. Eine solche Gesellschaft wollen wir nicht!