Weg mit § 219a!

Informationen zu verschiedenen Formen des Schwangerschaftsabbruchs

Der Paragraph (§ 219a StGB) verbietet Ärzt*innen, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Deshalb informieren jetzt andere über Abtreibungen, um diese gefährliche Informationslücke zu schließen und das Thema nicht ideologisch beeinflussten, subjektiven Menschen zu überlassen. 

Auf dieser Seite findest du Informationen über die enorme Schwierigkeit dieses sogenannten „Werbeverbots“ und die verschiedenen Methoden, wie eine Schwangerschaft medizinisch abgebrochen werden kann. 

Vorgeschichte: Am 20. Januar 2021 wurde Kristina Hänel vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main dazu verurteilt, wichtige Informationen über Schwangerschaftsabbrüche von ihrer Website zu nehmen. Denn § 219a unseres Strafgesetzbuchs stellt „Werbung“ für diese unter Strafe. 

Einordnung des Paragrafen: Der § 219a könnte eigentlich so gelesen werden, dass er nur tatsächliche Werbung verbietet. Denn dort steht, dass man nichts anbieten, ankündigen, anpreisen oder erklären soll, wegen seines Vermögensvorteils. Damit fiele sachliche Information, die der Aufklärung und Entscheidungsfindung von Schwangeren dient, nicht darunter. 

In der Realität findet eine andere Auslegung statt. 

Die Problematik

§ 219a sorgt dafür, dass fachkundige und praktizierende Expert*innen – also Gynäkolog*innen – keine Sachinformationen über sensible Eingriffe zur Verfügung stellen dürfen, da dies juristisch als Werbung ausgelegt wird, während alle andere also auch „Abtreibungsgegner*innen ideologische, fehlerhafte und subjektive Informationen veröffentlichen dürfen.

Das führt dazu, dass ungewollt schwangere Personen im Internet hauptsächlich nicht-medizinische (oder ausländische) Informationen über den überlegten oder schon beschlossenen Abbruch finden. 

Erst seit 2018 dürfen Ärzt*innen überhaupt mitteilen, DASS sie Abbrüche durchführen. 

Damit werden ungewollt Schwangere zum Austragen ihres Embryos gedrängt. Doch die Entscheidung zu Kindern stellt das ganze Leben auf den Kopf. Bei Freigabe des Säuglings zur Adoption hat die Person unter Umständen mit tiefsten Gewissensbissen zu kämpfen und mindestens den eigenen Körper hoch beansprucht und für immer verändert. 

Ungewollt ist das alles eine schwere Last

Die Falschinformationen im Internet können darüber hinaus selbstständige Versuche von Schwangeren, ihre Schwangerschaft abzubrechen auslösen. Sogenannte Selbstabtreibungen, also wenn ein Mensch es ohne den Beistand durch medizinische Fachkräfte versucht abzubrechen, sind hochgradig gefährlich! Nicht selten sterben dabei Schwangere, aufgrund von Verbluten, Bauchfellentzündung oder Vergiftung. 

Zudem wurde § 219a 1933 von den Nationalsozialist*innen in das Strafgesetzbuch ergänzt und folgte klar der Ideologie bevölkerungspolitischer Interessen und der enormen Wichtigkeit von ‚arischem‘ Nachwuchs, der durch nichts geschmälert werden dürfe.

All dies steht im Widerspruch zu unserem Grundgesetz: Alle Menschen haben ein Recht auf Selbstbestimmung. Das gilt in Bezug auf ihre Lebensgestaltung, ebenso wie auf ihren eigenen Körper. 

Wir sind der Auffassung, dass das Recht auf Selbstbestimmung der Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch § 218 StGB entgegensteht. Dieser Paragraph und die darauffolgenden §§ 219 und der breit erörterte § 219a stehen im Widerspruch zur Entscheidungsfreiheit und körperlichen Selbstbestimmung von Schwangeren. Deshalb ist es ein notwendiger Schritt, die §§ 218 bis § 219b aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Schwangerschaftsabbrüche sind zuallererst medizinische Eingriffe und sollten dementsprechend reguliert sein!

Kristina Hänel bittet uns alle im Web über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren, jetzt wo sie es selbst nicht mehr tun kann. – Wir müssen lauter sein und besser zu finden, als die Abtreibungsgegner*innen! 

Daher findest du auf dieser dafür eingerichteten Seite wichtige Informationen zu Schwangerschaftsabbruch-Methoden und der rechtlichen Lage.