Glossar der GRÜNEN JUGEND

Wenn dich irgendwer nach einem BiBei fragt oder das Wort StruKo in den Mund nimmt, handelt es sich bei diesen zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Abkürzungen um den GRÜNE JUGEND-Slang.

Da sie aber dennoch unglaublich praktisch sind ("Bildungsbeirat" nimmt nunmal sehr viel Zeit zum Aussprechen in anspruch) und so manchen Zungenknoten vermeiden, hier die wichtigsten:

 

AG: Kurzform für Arbeitsgemeinschaft. Siehe auch LAG.

AK: Kurzform für Arbeitskreis.

Arbeitskreis (AK): Ein Zusammenschluss von Mitgliedern der GRÜNEN JUGEND, die zu einem bestimmten Thema oder Themenkomplex arbeiten möchten. Dabei kann jede_r mitmachen. In der Regel bearbeiten Arbeitskreise und Arbeitsgruppen spezifische Themen, während Fachforen sich mit einem größeren Themenbereich beschäftigen.

BAG: Abkürzung für Bundesarbeitsgemeinschaft, Arbeitskreise bei Bündnis 90/Die Grünen auf Bundesebene.

BGS: Kurzform für Bundesgeschäftsstelle.

Bildungsbeirat (BiBei): Ist die Vertretung der Fachforen des Bundesverbandes. Er trifft sich zweimal im Jahr zusammen mit dem Bundesvorstand, um die inhaltliche Arbeit des Bundesverbandes zu koordinieren. Dem Bildungsbeirat gehören die zwei Koordinator_innen der Fachforen oder ihre Stellvertreter_innen sowie vier freie Koordinator_innen, einE Vertreter_in des Frauen- und Genderrats, einE Vertreter_in der SPUNK Redaktion, einE Vertreter_in der Internationalen Koordination und das Präsidium an. Geleitet wird der Bildungsbeirat von einem Präsidium, das aus zwei gewählten Bildungsbeiratsdelegierten und der/dem PolitischeN Geschäftsführer_in aus dem Bundesvorstand besteht.

Der Bildungsbeirat organisiert inhaltliche Projekte des Bundesverbandes und ist für die Dokumentation und Präsentation der von den verschiedenen Fachforen erarbeiteten Ergebnisse zuständig.

Bundesgeschäftsstelle (BGS): Das Büro der GRÜNEN JUGEND Bundesverband: Dort sitzt das Geschäftsstellen-Team, das Mitglieder betreut, Adressen und Finanzen verwaltet, Auskünfte erteilt, dem Bundesvorstand zuarbeitet, Bundesgremientreffen organisiert, an der Presse – und Öffentlichkeitsarbeit mitwirkt und so weiter.

Bundeskongress (Buko, auch Bundesjugendkongress): Mitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND, besteht meist aus einem inhaltlichen Schwerpunktteil und der eigentlichen Mitgliederversammlung. Außerdem gibt es Workshops, Treffen und ist die Gelegenheit viele andere Menschen aus der GJ zu treffen. Auf dem Bundeskongress wird der Bundesvorstand gewählt, über die Politik und Organisation der GRÜNEN JUGEND entschieden, die SPUNK-Redaktion, der Frauen- und Genderrat, die Fachforen-Koordinator_innen und auch Delegierte zu den Arbeitsgemeinschaften von Bündnis 90'/ Die Grünen (BAGen) bestimmt usw. Ein Bundeskongress ist genau das Richtige für alle, die mal mehr als 350 Junggrüne auf einmal sehen wollen, welche die Turnhallen der Republik erkunden wollen, die viele Inhalte mit viel Spaß verbinden wollen und für alle, welche die Geschicke unseres Bundesverbandes mitbestimmen wollen. Also eigentlich für alle.

Bundesschiedsgericht (BSG): Besteht aus insgesamt sechs Personen: einer vorsitzenden Person, zwei Beisitzer_innen und drei Stellvertreter_innen. Das Schiedsgericht ist in der Regel quotiert besetzt. Die Mitglieder des Schiedsgerichtes werden für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Das Schiedsgericht hat die Aufgabe, bei Streitigkeiten zwischen den Organen der GRÜNEN JUGEND und bei Widersprüchen einzelner Mitglieder gegen Entscheidungen der Bundesebene zu schlichten.

Bundesverband GRÜNE JUGEND: 1994 in Hannover nach langen Strukturdebatten als GAJB gegründeter bundesweiter Jugendverband. Zweimal jährlich findet der GRÜNE JUGEND – Bundeskongress statt, auf dem u. a. der Bundesvorstand gewählt wird. Neben den Landesstrukturen der GRÜNE JUGEND existieren bundesweite Fachforen zu bestimmten Themen. Der Bundesverband veranstaltet bundesweite Seminare und den Austausch mit grünnahen Jugendverbänden in anderen Ländern. Der Bundesverband gibt das Webmagazin SPUNK heraus. Alle Mitglieder der Landesverbände der GRÜNEN JUGEND sind automatisch auch Mitglieder des Bundesverbandes.

Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage www.gruene-jugend.de

Bundesvorstand (BuVo): Der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND wird auf dem Bundeskongress für ein Jahr gewählt und besteht aus zwei Sprecher_innen, einer Schatzmeister_in, der Politischen Geschäftsführung (diese bilden zusammen den geschäftsführenden Vorstand) und weiteren sechs Beisitzer_innen. Der geschäftsführende und der gesamte BuVo sind quotiert (siehe Quote). Es ist nur eine einmalige direkte Wiederwahl möglich. Der BuVo koordiniert und organisiert die Arbeit der GRÜNEN JUGEND.

Delegierte: Von einer Versammlung gewählte_r Vertreter_in. Wird of falsch mit zwei "i" geschrieben. Ein Beispiel für Delegierte bei der GRÜNEN JUGEND sind die vom Bundeskongress gewählten Vertreter_innen der GJ in den Bundesarbeitsgemeinschaften (BAGen) oder zum Bundesfrauenrat von Bündnis 90 / Die Grünen. Bei anderen Jugendverbänden (und auch bei Bündnis 90/Die GRÜNEN) ist das oberste Beschlussorgan häufig keine Mitgliederversammlung wie bei uns, sondern eine Delegiertenkonferenz.

Die GRÜNEN: Bezeichnung für die 1979 als sonstige politische Vereinigung Die Grünen ins Leben gerufene und 1980 auf Bundesebene gegründete Partei. Vereinigte sich 1993 mit dem in der ehemaligen DDR entstandenen bürgerrechtlich orientierten Bündnis 90 zur neuen Partei Bündnis 90/die GRÜNEN. Mitglieder der GJ sind nicht automatisch Mitglieder der Partei.

Fachforum (FF / FaFo):  Die Fachforen arbeiten zu bestimmten Themenschwerpunkten und vernetzen sich zweimal im Jahr im Bundesbildungsbeirat.  Die Koordinierenden der Fachforen werden auf dem Bundeskongress gewählt. Wer in einem Fachforum mitarbeiten möchte, kann sich an die Koordinierenden  wenden (Kontakte) oder sich einfach auf der Mailingliste des Fachforums eintragen. Eine Übersicht über die Mailinglisten der GJ findet ihr hier.

Federation of Young European Green (FYEG): Europäischer Dachverband grüner Jugendorganisationen. Tritt als Seminarveranstalterin auf, wird von einem Executive Comittee (Vorstand) geleitet und durch eine Delegiertenversammlung (der Bundesverband der GRÜNEN JUGEND hat 2 Delegierte) kontrolliert. Der FYEG ist die einfachste Möglichkeit für junge Grüne, die auf europäischer Ebene aktiv werden wollen. www.fyeg.org

Finanzordnung: Findet ihr bei eurem Landesverband und beim Bundesverband, dort werden die Höhe der Mitgliedsbeiträge, die Fahrtkostenerstattung usw. geregelt.

Frauen- und Genderrat (FGR): Besteht aus fünf Menschen, die auf dem Bundeskongress gewählt werden. Hat die Aufgaben, bekannte Maßnahmen der Frauenförderung breiter zu bewerben, besonderen Augenmerk auf die Gleichberechtigung und die allgemeine Situation von Frauen* in der GRÜNEN JUGEND zu richten und auf diskriminierende Strukturen aufmerksam zu machen. Ziel ist eine allgemeine Sensibilisierung im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit und die Ermutigung von Frauen*, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen und Verantwortung innerhalb der GRÜNEN JUGEND zu übernehmen.

FYEG: Kurzform für die Federation of Young European Greens.

GAJB: Die GRÜNE JUGEND hieß früher Grün-Alternatives Jugendbündnis. Einige Strukturen haben den Namen Grüne alternative Jugend (GAJ) beibehalten.

GJ: Abkürzung für GRÜNE JUGEND – wir versuchen aber, diese Abkürzung in der Öffentlichkeit zu vermeiden, da niemand weiß, was gemeint ist…

Gendern: Bezeichnung für eine geschlechtergerechte besondere Sprach – und Schreibordnung, nach der an Substantive – sofern im genuiven Maskulinum benutzt – ein Innen oder ein innen anhängen. Beispiel: AnhängerInnen, Anhängerinnen. Im Bundesverband wird gemäß Satzung mit Unterstrich gegendert. Bsp: die Anhänger_innen

Geschäftsordnung: Die meisten Gremien wie Bundesvorstände und Landesvorstände geben sich eine Geschäftsordnung, in der die internen Aufgabenverteilungen und Abstimmungsverfahren geregelt sind. Auch für die Mitgliederversammlungen gibt es Geschäftsordnungen, in der Verfahren wie die Art der Sitzungsleitung, die Art und Weise, wie Anträge zu stellen sind, die Zulässigkeit von Geschäftsordnungsanträgen geregelt sind.

Geschäftsordnungsantrag (GO-Antrag): Ein Antrag, der durch das Heben beider Arme auf einer Gremiensitzung gestellt wird und nicht den Inhalt, sondern die Form der Debatte zum Thema hat. Beantragt werden können unter anderem der Schluss der Redeliste, sofortige Abstimmung, Vertagung, Vorschläge zum Verfahren oder auch Einfügung eines weiteren Tagesordnungspunktes. Das Gegenstück zum GO-Antrag bildet der Antrag zur Sache, der sich auf die diskutierten Inhalte bezieht. Im einfachsten Fall wird ein Antrag zur Sache durch Heben einer Hand gestellt, manchmal bedarf es auch der schriftlichen Form. Es gibt Leute, die GO-Anträge und Sachanträge verwechseln und versuchen, mit Hilfe von GO-Anträgen die Richtung der Debatte zu beeinflussen.

Haushalt: Die Schatzmeister_in legt Anfang des Jahres der Mitgliederversammlung einen Haushaltsplan vor, in dem versucht wird, die Einnahmen und die Verteilung der Ausgaben abzuschätzen. Eine ziemlich komplizierte Arbeit, da nicht nur viele unbekannte Zahlen (Mitgliederentwicklung, Spendenaufkommen,…) abgeschätzt werden müssen, sondern auch die nur für bestimmte Dinge bestimmten öffentlichen Gelder miteinberechnet werden müssen. Insbesondere legt ein Haushalt auch fest, wie viel Geld der Vorstand ausgeben darf, wie teuer welcher Posten (z.B. Kampagnen, Internet, Personal) werden darf, wie viel Geld für spontane Aktionen und Materialien da ist usw.

Internationale Koordination: (IK, ehemals internationale Vertretung). Sie ist für alle internationalen Angelegenheiten die richtige Anlaufstelle.Vernetzt die GRÜNE JUGEND mit Europa (bzw. dem Dachverband FYEG) und der Welt. Die IK besteht aus 5 Vertreter_innen der Basis und eine_r Vertreter_in des Bundesvorstandes, die vom Bundeskongress gewählt werden. Die 6 Personen kümmern sich gemeinsam mit der Bundesgeschäftsstelle um die Planung von Austauschprogrammen, geben Informationen über Fördermittel für internationale Begegnungen an die Landes – und Kreisverbände weiter und vernetzen sich mit den Partnerorganisationen der GRÜNEN JUGEND. Ihr könnt mit der IK über folgende Email-Adresse in Kontakt treten: internationales@gruene-jugend.de

JU: Abkürzung für Junge Union. Jugendverband der CDU/CSU.

Julis: Abkürzung für Junge Liberale, Jugendverband der FDP.

Jusos: Abkürzung für Jungsozialist_innen in der SPD, Jugendverband der SPD.

Kassenprüfer_innen: Die Mitgliederversammlung wählt quotiert zwei Kassenprüfer_innen, die dafür zuständig sind, die Arbeit der Schatzmeister_in zu kontrollieren. Dabei geht es nicht nur um die Handkasse, sondern vor Allem um die Nachvollziehbarkeit und Korrektheit der Haushaltsführung und der Buchhaltung.

Kooptiertes Mitglied: Ein zwar teilnahme – und redeberechtigtes Mitglied eines Gremiums, das dort aber nicht mit abstimmen darf. Der Bundesverband stellt ein kooptiertes Mitglied für den Parteirat von Bündnis 90/Die GRÜNEN.

KV: Abkürzung für Kreisverband, insbesondere bei Bündnis 90/Die GRÜNEN, teilweise auch der GRÜNE JUGEND.

LAG: Kurzform für Landesarbeitsgemeinschaft. Arbeitskreise bei Bündnis 90/die GRÜNEN auf Landesebene.

Landesgeschäftsstelle (LGS): In fast allen Landesverbänden der GRÜNEN JUGEND gibt es Landesgeschäftsstellen. Dort findet ihr regionale Ansprechpartner_innen für organisatorische Fragen (z.B: Mitgliedschaft im Landesverband, LMVen).

Landesmitgliederversammlung (LMV): Meistens oberstes Gremium der Landesverbände. Gleichzeitig das Treffen, auf dem man am meisten andere grünnahe Jugendliche aus dem eigenen Bundesland kennen lernen kann. Die LMV tritt mindestens einmal pro Jahr zusammen. Zu den offiziellen Aufgaben der LMV gehört z.B. die Wahl des Landesvorstandes und die Wahl der KassenprüferInnnen. Neben diesen Wahlen legt die LMV den Haushalt auf Länderebene fest und entscheidet über die Entlastung des Vorstandes. Natürlich ist die LMV auch politisch wichtig: Sie entscheidet über das Programm des Landesverbandes und über die politischen Positionen.

Landesverband (LV): In allen Bundesländern gibt es Landesverbände der GRÜNEN JUGEND. Diese sind autonom, müssen aber z.B. die Regelungen in der Bundessatzung akzeptieren. Wer Mitglied in einem Landesverband wird, ist damit automatisch Mitglied im Bundesverband.

Landesvorstand (LaVo): Der Landesvorstand wird von der Landesmitgliederversammlung für die Dauer eines Jahres gewählt. Aufgabe des Landesvorstandes ist es, den Landesverband nach außen hin zu vertreten und die laufenden Geschäfte zu führen. Der Landesvorstand besteht je nach Ländersatzung aus 4 – 8 Personen und ist in der Regel quotiert.

LDK: Landesdelegiertenkonferenz- Landesparteitag von Bündnis 90/Die GRÜNEN.

LJK, LaJuKo: Kurzform für Landesjugendkongress. Wird auch als Bezeichnung für Landesmitgliederversammlungen verwendet.

LaVo: Kurzform für Landesvorstand.

MdB: Mitglied des Bundestages.

MdEP, MEP: Kurzformen für Mitglied des Europäischen Parlaments.

MdL: Kurzform für Mitglied des Landtages.

Mehrheitswahlverfahren: Bei Wahlen mit mehreren Bewerber_innen für ein Amt, hat jede_r Stimmberechtigte nur eine Stimme. Er oder sie kann für eine_n einzelne_n Bewerber_in stimmen, alle BewerberInnen insgesamt mit "Nein" ablehnen oder mit "Enthaltung" stimmen. Im ersten Wahlgang ist gewählt, wer die absolute Mehrheit, also mehr als die Hälfte der gültigen abgegebenen Stimmen erhält. Das Mehrheitswahlverfahren wird zum Beispiel bei den Wahlen der Koordinierenden der Fachforen oder bei Wahlen des Bildungsbeirats angewendet.

Mitglied: Mitglied der GRÜNEN JUGEND kann jeder Mensch werden, der oder die ihren Wohnsitz, Ausbildungs – oder Arbeitsplatz in Deutschland hat und noch keine 28 Jahre alt ist und sich zu den Zielen und Grundsätzen der GRÜNEN JUGEND bekennt. Jedes Mitglied hat das Recht, an den Landesmitgliederversammlungen seines Landes oder des Bundesverbandes teilzunehmen. Jedes Mitglied muss den Mitgliedsbeitrag zahlen. Menschen ab 28, die trotzdem etwas mit der GRÜNEN JUGEND zu tun haben möchten, können Pat_in werden und die GRÜNE JUGEND mit einer jährlichen Spende unterstützen.

Mitgliederrundbrief: Gibt es in einigen Landesverbänden und ist ein regelmäßig erscheinender Rundbrief an alle Mitglieder. Schwerpunkt liegt auf aktuellen Terminhinweisen, kurzen und knappen Informationen, Gremieneinladungen, Mitteilungen des LaVos.

Mitgliedsbeitrag: Der Mitgliedsbeitrag muss von jedem Mitglied bezahlt werden, entweder per Einzug oder per Rechnung und wird in der Regel jährlich erhoben. Die Höhe des Beitrages legt die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes in der Finanzordnung fest, zur Zeit 20 Euro pro Jahr für jedes Mitglied. Allerdings kann sich jede_r auf schriftlichen Antrag beim Landes – oder Bundesvorstand von dem Beitrag teilweise oder ganz befreien lassen.

MV: Kurzform für Mitgliederversammlung. Siehe auch LMV.

NGO, NRO: Kurzform für Non-governmental Organisation bzw. Nicht-Regierungs-Organisationen. So werden Organisationen wie z.B. Greenpeace oder auch BUNDjugend genannt, die nicht-gewinnorientiert und auf freiwilliger Arbeit basieren und unabhängig von der Regierung arbeiten.

Ortsgruppe (OG): Unterste Gliederungsebene bei der GRÜNEN JUGEND und gleichzeitig "Kern der Arbeit". Eine Ortsgruppe besteht aus mindestens drei Mitgliedern, ist für einen bestimmten geographischen Bereich zuständig und entscheidet selbständig über ihre Finanzen, Strukturen und sonstige Angelegenheiten. Daraus folgen auch vielfältige Unterschiede in der Art der Ortsgruppen und der Schwerpunktsetzung in ihrer Arbeit. Manche Ortsgruppen treffen sich wöchentlich, andere monatlich. Einige sind für große geographische Räume zuständig, andere nur für einzelne Orte. Einige Ortsgruppen arbeiten sehr eng mit den örtlichen Gliederungen von Bündnis 90/die GRÜNEN zusammen, andere sehen sich selbst eher als unabhängig.

OV: Abkürzung für Ortsverband – kleinste Untergliederung von Bündnis 90/die GRÜNEN.

Pat_in: Fördermitglied der GRÜNEN JUGEND. Hat kein Stimmrecht, muss sich dafür aber auch nicht an die Altergrenze halten. Der Patenbeitrag beträgt mindestens 99 Euro/Jahr.

Position: Längere politische Erklärung zu einem Thema. Positionen werden bei der GRÜNEN JUGEND meist von den Mitgliederversammlungen auf Landes – oder Bundesebene beschlossen.

Präferenzwahlverfahren: Das Präferenzwahlverfahren wird für die meisten Wahlen auf dem Bundeskongress angewendet, etwa für die Wahl des Bundesvorstands. Bei der Präferenzwahl haben die Wähler_innen eine in Bruchteilen übertragbare Stimme, d.h. sie geben nicht einem Kandidaten eine Stimme, sondern können die Kandidat_innen in eine persönliche Rangfolge bringen, indem sie den Kandidat_innen Präferenzen zuweisen: Kandidierende, welche der/ die Wählende am stärksten bevorzugt, wird mit der Nummer 1 markiert; Kandidierende, welche von Wählenden als beste_r Alternativkandidat_in angesehen wird, erhält die Nummer 2 usw. Bei der Auszählung werden zunächst Erstpräferenzen (=Vergabe der Nummer 1) den Kandidierenden als Stimme angerechnet. Alle Kandidierenden, deren Stimmenzahl ein bestimmtes Quorum erreicht oder übersteigt, sind gewählt. Bezüglich des weiteren Vorgehens, ist dieser Artikel im Spunk! oder die Satzung ab Seite 24 zu empfehlen.

Präsidium: Der Mensch oder die Menschen, die eine Versammlung leiten. Spielen insbesondere auf dem Bundeskongress und auf der Landesmitgliederversammlung eine große Rolle. Das Präsidium wird jeweils vom Vorstand vorgeschlagen und von der entsprechenden Versammlung gewählt. Zu den Aufgaben des Präsidiums gehört neben der Versammlungsleitung das Einhalten der Tagesordnung, die Sortierung von Anträgen, die Durchführung von Wahlen und das Führen der Redeliste. Kleinere Gremiensitzungen (LaVo, AK) kommen ohne Präsidium aus, manchmal auch ohne festgelegte Versammlungsleiter_in, größere Versammlungen wie die Bundeskongress oder LMVen würden ohne gut arbeitendes Präsidium schnell im Chaos versinken.

Protokoll: Über die Sitzungen aller Organe der GRÜNE JUGEND werden Protokolle angefertigt. Jedes Mitglied hat das Recht, diese Protokolle einzusehen. Protokolle findet ihr meistens im Wurzelwerk (s.u.)

Quote, Quotierung: Die Satzung der GRÜNEN JUGEND legt fest, dass alle Ämter quotiert sein müssen, d.h., dass mindestens die Hälfte aller Plätze eines Gremiums von Frauen besetzt sein müssen. Bei einem dreiköpfigen Gremium sind das zwei Frauen, bei einem achtköpfigen, wie den meisten Landesvorständen vier. Ausnahmen von der Quotierung sind nur durch ein Frauenvotum möglich, d.h., die auf der wählenden Versammlung anwesenden Frauen entscheiden mit Mehrheit, einem Bruch der Quotierung zuzustimmen.

Reader: Zusammenstellung von Materialien zu einem Thema oder zu einer Veranstaltung.

Redeliste: Bei größeren Veranstaltungen und Gremiensitzungen führt das Präsidium eine Redeliste, d.h., wer sich meldet, wird erst mal aufgeschrieben und kommt erst nach einiger Zeit zu Wort, immerhin jedoch in der Reihenfolge der Meldungen. Redelisten sind der GRÜNEN JUGEND generell quotiert, d.h., dass abwechselnd eine Frau und ein Mann reden sollen. Wenn sich nicht genügend Frauen melden, kommen Frauen später zuerst dran.

Reisekostenantrag: Wenn du im Rahmen deines Engagements bei der GRÜNEN JUGEND zu Seminaren, Sitzungen oder dem Bundeskongress fährst, können dir Fahrtkosten von der GRÜNEN JUGEND zurück überwiesen werden. Erstattet werden: Reisekosten bis zu 50% des normalen Fahrpreises (2.Klasse mit der Bahn, Reservierungen können eingereicht werden) und Nahverkehrskosten. Anträge sind bis spätestens vier Wochen (Poststempel) nach dem Zeitpunkt, zu dem die Kosten entstanden sind, in der Bundesgeschäftsstelle einzureichen. Danach verfällt jeder Anspruch auf Kostenerstattung. Das Formular für den Reisekostenantrag findet ihr hier.

Ring politischer Jugend (RPJ): Organisationen auf Bundesebene, auf Landesebene und kommunaler Ebene (dort teilweise identisch mit dem Stadtjugendring). Im RPJ sitzen VertreterInnen der (partei)politischen Jugendorganisationen. Neben hehren Zielen wie der überparteilichen Zusammenarbeit, der Förderung der Mitwirkung Jugendlicher an politischen Entscheidungen u.ä. geht es vor allem darum, staatliche Gelder an die einzelnen Jugendorganisationen zu verteilen. RPJ-Gelder dürfen nur für die politische Bildungsarbeit der Jugendorganisationen verwendet werden und auch hier nur in Form von Zuschüssen.

Satzung: Die Satzung ist das Schriftstück, in dem Name, Sitz, Aufgaben, Aufbau und Gliederung einer Vereinigung wie der GRÜNEN JUGEND festgelegt sind. In der Satzung der GRÜNEN JUGEND steht beispielsweise geschrieben, welche Organe die GRÜNE JUGEND beinhaltet, wie Wahlen und Mitgliederversammlungen ablaufen sollen, welche Aufgaben der Bundesvorstand hat usw. Die Ortsgruppen sind frei darin, ob und was für eine Satzung sie sich geben, daher haben fast alle Ortsgruppen eine eigene Satzung. Die aktuelle Satzung des Bundesverbandes der GRÜNEN JUGEND findet ihr hier. Ergänzt wird die Satzung durch verschiedene Ordnungen, etwa die Finanzordnung oder die Geschäftsordnung.

Schatzmeister_in: Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes und zuständig für alles, was mit Finanzen zu tun hat, von der Aufstellung des Haushaltsplanes über den Kontakt zum RPJ bis hin zum für viele wichtigsten Aufgabenfeld: der Rückerstattung von Spesen. Die richtige Ansprechpartner_in für alle Fragen, die mit Geld zu tun haben: Vom Mitgliederbeitrag bis hin zur Frage, wie eine Ortsgruppe ein Seminar finanziert.

Schrägstrich: Bundesweite Zeitschrift von Bündnis 90/die GRÜNEN

Selbstverständnisgruppe: Wurde auf dem 3. Bundesausschuss 2009 in Berlin aus den Reihen der Mitglieder gewählt und hat nicht nur die Aufgabe, ein Selbstverständnis bzw. Grundsatzprogramm der GRÜNEN JUGEND zu erarbeiten, sondern will außerdem und im Besonderen einen breit angelegten Diskussionsprozess innerhalb des Verbandes zu ebendiesem Thema anstoßen.

Seminar: Eine ein – oder mehrtägige Veranstaltung zu einem Thema. Seminare finden meist am Wochenende statt und werden von den Fachforen oder dem Bundesverband organisiert. Neben dem Hauptzweck, sich über ein Thema zu informieren oder neue Fähigkeiten zu erwerben, lernt man auf GRÜNE JUGEND – Seminaren meist auch viele neue Leute kennen. Mehr über die aktuellen Seminare des Bundesverbands findet ihr hier. Wer selber ein Seminar organisieren möchte, sollte sich an den Bildungsbeirat wenden. 

Spesen: Ausgaben, die von der GRÜNEN JUGEND erstattet werden. Was das genau ist, regelt die Finanzordnung. Im Allgemeinen werden die Fahrtkosten zu Seminaren und für die Gremienmitglieder auch zu Gremiensitzungen auf Antrag erstattet, maximal bis zum BahnCard50-Tarif. Mitglieder der Vorstände erhalten darüber hinaus zum Teil auch Porto-, Kopier- oder Telefonkosten erstattet.

Sprecher_innen: Die Sprecherin und/oder der Sprecher sind Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes und werden von der Mitgliederversammlung gewählt. Sie sind sowohl für die Außenvertretung der GRÜNEN JUGEND als auch für innere Koordination zuständig. Außerdem sollten sie Ansprechpartner_in für Fragen sein, die Koordination der täglichen politischen Arbeit übernehmen, für Interviews zur Verfügung stehen, eng mit der Geschäftstelle zusammen arbeiten und bereit sein, gemeinsam die Gesamtverantwortung für die GRÜNE JUGEND zu übernehmen. Auch viele Ortsgruppen haben eineN oder mehrere Sprecher_innen.

SPUNK: Politische Zeitschrift des Bundesverbandes. Existiert seit 2014 nur noch als Webmagazin. von der SPUNK-Redaktion erstellt. Diese ist quotiert, besteht aus 7 Personen und wird auf dem Bundeskongress gewählt. Mehr unter www.spunk.gruene-jugend.de

TO: Kurzform für Tagesordnung.

TOP: Kurzform für Tagesordnungspunkt.

TK: Kurzform für Telefonkonferenz. Wird besonders auf Landes – oder Bundesverbandsebene für Absprachen und Beschlüssen zwischen den eigentlichen Sitzungen genutzt.

Länderabkürzungen

·B: Berlin

·BB: Brandenburg

·BW oder BaWü: Baden-Württemberg

·BY oder Bay: Bayern

·HB: (Hansestadt) Bremen

·HH: (Hansestadt) Hamburg

·HE: Hessen

·MV oder MeckPomm: Mecklenburg-Vorpommern

·NDS: Niedersachsen

·NW oder NRW: Nordrhein-Westfalen

·RP oder Rlp: Rheinland-Pfalz

·SA, ST oft auch LSA: (Land) Sachsen-Anhalt

·SH oder SWH: Schleswig-Holstein

·SL oder Saar: Saarland

·SN: Sachsen

·TH: Thüringen

 

vom 28. Februar 2014