Ehe für alle – und nun?

Vor allem Dank des jahrelangen Kampfs der LGBTI Community, aber auch durch den unermüdlichen parlamentarischen Einsatz von Volker Beck und Bündnis 90/ Die Grünen wurde nun der Weg für die #Ehefüralle frei gemacht. Das ist ein großer Schritt in Richtung Gleichstellung.

Wir wollen, dass alle Familien, unabhängig davon, ob sie dem zur Norm erhobenen Vater-Mutter-Kind-Modell entsprechen, mit dem Familienvertrag die gleiche staatliche Anerkennung und Unterstützung erhalten. Weiterhin sollen auch zwei Menschen die Möglichkeit haben, unter staatlichem Schutz füreinander Sorge zu tragen. Genau diesen Schutz und diese Anerkennung soll aber staatlich und gesellschaftlich allen Familien zugestanden werden. Zehntausenden Patchwork-Familien würde der Vertrag die Möglichkeit geben, ihrer Familie einen rechtlichen Rahmen zu geben – unabhängig vom konkreten Modell.

Mit dem Ende des Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare ist der Kampf für Gleichstellung noch nicht zu Ende. Noch immer ist Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit ein großes gesellschaftliches Problem. Alleine in Berlin zählte das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo für das Jahr 2016 291 Fälle mit homo- und transfeindlichem Hintergrund. Noch viel höher ist die Dunkelziffer, da es oftmals demütigend für Betroffene sein kann, solche Gewalttaten zur Anzeige zu bringen. Bisexuelle, schwule, lesbische und transidente Jugendliche haben noch immer massiv höhere Raten an Suizidalität und Depressionen als heterosexuelle Jugendliche.

Um diese Zustände zu beenden, setzen uns wir für gesamtgesellschaftliche Aufklärung und den Ausbau von Beratungsangeboten und Jugendzentren für LGBTI ein. Bildungs- und Jugendpolitik soll Menschenrechte und die Vielfalt sexueller Identitäten stärker berücksichtigen.
So haben wir zum Beispiel im Wahlprogramm von Bündnis 90/ Die Grünen erfolgreich die Forderung untergebracht, über einen bundesweiten Aktionsplan die Forschung, Aus- und Fortbildung bei Polizei, Justiz und anderen staatlichen Akteuren zu verstärken und die rechtliche Pathologisierung von Transmenschen durch die Abschaffung des diskriminierenden Transsexuellengesetzes zu beenden.

Dafür lohnt es sich, weiter zu kämpfen. Wir sind noch nicht am Ziel!